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Ixodes ricinus (Holzbock)
Der Holzbock gehört zur Familie der Schildzecken und ist die in unseren Breitengraden am häufigsten anzutreffende Zeckenart. Sie verdankt ihren lateinische Namen ihrem Aussehen, das einer Rizinusbohne ähnelt Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung lebt diese Zecke nicht auf Bäumen, sondern auf der Erde beziehungsweise auf der Suche nach Wirtstieren im Unterholz, Gebüschen, Sträuchern und hohem Gras. An ihrem ersten Beinpaar trägt sie ein Organ, das auf chemische Reize (Buttersäure in den Hautausscheidungen) und Temperatur reagiert und der Zecke die Anwesenheit eines geeigneten Wirts anzeigt. Sie kriecht dann sofort auf ihr Opfer, durchtrennt die oberste Hautschicht und verankert ihren Saugrüssel in der Haut. Dabei gibt sie ein örtliches Betäubungsgift ab, so dass der Biss zunächst unbemerkt bleibt. Der Holzbock hat einen relativ komplizierten Lebenszyklus, der vom Ei über mehrere Larvenstadien und eine Nymphe, die noch ungeschlechtlich ist, bis zum fortpflanzungsfähigen (adulten) Tier ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt. Die Idealtemperatur für die Entwicklungschritte liegt bei 15-20° C, so dass wir Zecken meist im Frühjahr sowie im frühen Herbst begegnen. Bei den Zecken ernähren sich alle Entwicklungsstadien und sowohl männliche als auch weibliche Adulte von Blut. Für jeden Entwicklungsschritt ist eine Blutmahlzeit notwendig, wobei von jedem Entwicklungsstadium bestimmte Wirtsorganismen bevorzugt werden. Im Herbst, nach der letzten Blutmahlzeit, legt die weibliche Zecke etwa 2000 Eier ab, die zu einem Paket zusammengeklebt werden und stirbt anschließend. Im Frühjahr schlüpfen dann sechsbeinige Larven, die bevorzugt kleine Nagetiere befallen, um sich anschließend auf dem Boden zu weiteren Larvenstadien zu entwickeln. Nach mehreren Häutungen entsteht dann die noch geschlechtslose Nymphe, die jedoch schon die für Spinnenartige typischen 8 Beine besitzt. Sie nutzt das Blut etwas größerer Säugetiere, wie Kaninchen, Hunde oder Katzen für Ihre weitere Entwicklung zur adulten Zecke. Die geschlechtsreifen Zecken schließlich nehmen ihre Blutmahlzeit auf großen Säugern, wie Rotwild, Kühe und Pferde, Menschen, aber auch Hunden und Katzen ein. Nach der Paarung sterben die männlichen Zecken, ebenso wie die Weibchen, nachdem sie iher Eier abgelegt haben. So schließt sich der Kreis. Von Zecken gehen nicht unerhebliche Gesundheitsgefahren aus, denn sie können Überträger von Bakterien, Viren und einzelligen Parasiten sein. Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME), Borreliose und Ehrlichiose sind nur einige dieser Erkrankungen, die sowohl für Menschen als auch für Tiere gefährlich sein können. Gegen einige dieser Erkrankungen gibt es vorbeugendeSchutzimpfungen. Da es bisher kein Mittel gibt, das zuverlässig das Ansaugen der Zecken verhindert, ist die sicherste Maßnahme, neben einer Prophylaxe durch Halsband oder Spot-on-Präparate die Tiere täglich auf Zeckenbefall zu untersuchen und jede gefundene Zecke umgehend zu entfernen.
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